bedarfsgerecht versichert

weniger wichtige VersicherungenVersicherungen leben von der Angst vor den finanziellen Folgen eines Ereignisses. Es gibt in der Tat Ereignisse, gegen deren Folgen ein Versicherungsschutz sinnvoll und empfehlenswert, wenn nicht sogar unabdingbar, ist. Die Versicherungsbranche gibt sich aber auch viel Mühe damit, ebenso Versicherungen für Gefahren anzubieten, die in der Praxis entweder kaum in Erscheinung treten oder deren Schaden durchaus überschaubar ist. So erklärt sich auch, warum viele Verbraucher für unnötige Versicherungen Geld ausgeben.

Wer es sich leisten kann und diese Versicherungen für notwendig hält, kann sich so ziemlich für oder gegen alle möglichen Gefahren des Lebens versichern. Wer allerdings Geld sparen möchte und nur die notwendigen Versicherungen abschließen möchte, kann unseres Erachtens nach auf die folgenden Versicherungen durchaus verzichten:

 

Insassenunfallversicherung

Versichert werden hier die finanziellen Folgen eines Unfalls mitfahrender Personen. Unterschieden wird zwischen dem Pauschalsystem oder dem Platzsystem. Sind beim Pauschalsystem sämtliche Plätze des Fahrzeugs versichert, so gilt diese Versicherung beim Platzsystem nur für bestimmte Plätze im KFZ. Die Insassen-Unfallversicherung halten wir für eine überflüssige Versicherung, weil die meisten Risiken dieser Versicherung bereits durch andere Versicherungen abgedeckt werden. Die Absicherung der Unfallverursacher hinsichtlich der finanziellen Folgen aller Geschädigten sollte mit der Kraftfahrzeughaftpflichtversicherung erfolgt sein. Weiteren und zuverlässigeren Versicherungsschutz bieten die Berufsunfähigkeitsversicherung oder eine Unfallversicherung. Für diese Versicherungen bieten wir Ihnen auf unserer Ratgeberseite den unverbindlichen Versicherungsvergleich.

 

Reisegepäckversicherung

Erstattet werden die finanziellen Folgen bei Verlust, Zerstörung und Beschädigung des Reisegepäcks des Versicherungsnehmers. Auch das Gepäck mitreisender Personen ist versichert, wenn es sich um im selben Haushalt lebende Familienangehörige oder Hausangestellte handelt. Misst man die Reisegepäckversicherung an den zu erbringenden Leistungen, ist sie als teuer und teilweise fragwürdig einzuschätzen. Fragwürdig deshalb, weil sie nur unter strengen Auflagen Schadenersatz leistet. Leistungsverweigerungen erfolgen meistens mit der Begründung, dass der Versicherungsnehmer nicht achtsam genug gewesen sei. Weil auch Reisegepäck im Rahmen der Hausratversicherung versichert ist und sich der Schaden, der oft auch zum Teil über Reiseveranstalter abgedeckt ist, in überschaubaren Grenzen hält, halten wir diese Versicherung für unnötig.

 

Autoschutzbrief

In Deutschland umfassen die klassischen Schutzbriefmodelle die Übernahme der Kosten für Hilfsdienste, Mietwagen, Übernachtungen oder den Krankenrücktransport. Der Versicherungsschutz bezieht sich auf das Auto, das im Versicherungsschein genannt ist, mit den jeweiligen Fahrzeuginsassen. Faktisch bietet diese Versicherung keine Abdeckung existenzieller Schäden. Weil ein Autoschutzbrief schon häufig preiswert in der Kfz-Versicherung enthalten ist, halten wir einen weiteren Schutzbrief für unnötig.

 

Glasbruchversicherung

Viele Verbraucher leisten sich eine zusätzliche Glasbruchversicherung, die jedoch in Anbetracht von Kosten und Nutzen weniger sinnvoll ist. Wahrscheinlich ist der Glasbruchschaden, wenn er tatsächlich mal eintreten sollte, durch die gezahlten Prämien längst ausgeglichen.

 

Fahrradversicherung

Fahrräder werden zwar immer teurer und der Verlust durch Diebstahl ist durchaus schmerzhaft. Wenn allerdings nur der Zeitwert des Drahtesels bezahlt wird und dies auch nur dann, wenn das Rad abgeschlossen in einem abgeschlossenen Raum gestanden hat, ist es zumindest eine fragwürdige Versicherung. Wer ein einfaches Fahrrad sein Eigen nennt und das Risiko Fahrraddiebstahl im Rahmen der Hausratversicherung miteingeschlossen hat, ist in aller Regel ausreichend, wenn nicht sogar überversichert. Sinnvoll ist diese Versicherung lediglich für äußerst hochwertige Fahrräder, die sich nicht mehr im Rahmen der Hausratversicherung versichern lassen.

 

Krankenhaustagegeldversicherung

Wir gehen bei unserer Überlegung davon aus, dass Sie nicht regelmäßig im Krankenhaus liegen müssen. In der Regel sind Krankenhausaufenthalte eher selten und von kurzer Dauer. Mit einer Krankenhaustagegeldversicherung gleichen Sie lediglich Einkommensverluste aus, die sich aus einem Krankenhausaufenthalt ergeben.
Sinnvoller wäre es, eine Krankentagegeldversicherung abzuschließen, die auch dann zahlt, wenn Sie nicht ins Krankenhaus müssen, aber auch zahlt, wenn Sie im Krankenhaus liegen.

 

Sterbegeldversicherung

Faktisch gehört die Sterbegeldversicherung in die Kategorie einer Lebensversicherung. Während eine Lebensversicherung im Todesfall die vereinbarte Versicherungssumme an die Hinterbliebenen auszahlt, dient die Sterbegeldversicherung der Erstattung der vereinbarten Beerdigungskosten. Besser wäre es daher, eine Risikolebensversicherung abzuschließen. Man könnte auch eine Rentenversicherung abschließen, deren Todesfallkapital die Beerdigungskosten deckt. Eine Alternative ist diese Versicherung jedoch für Personen, die aus gesundheitlichen oder Altersgründen keine Lebensversicherung mehr erhalten können.

 

Unfallversicherung mit Prämienrückgewähr

Die Unfallversicherung gehört an sich zu den Versicherungen, die wir durchaus empfehlen. Wird jedoch die Prämienrückgewähr mitversichert, so ist dieser Teil der Versicherung absolut überflüssig. Das Verkaufsargument, dass man nicht nur seine Beiträge auf jeden Fall zurückbekommt, sondern noch einiges darüber hinaus, ergibt bei genauer Betrachtung eine magere Rendite. Sinnvoller ist der Abschluss einer eigenständigen Unfallversicherung. Den ersparten Beitrag investieren Sie dann besser in einen separaten Investmentsparplan oder einen Bausparvertrag.

 

Bitte beachten Sie:
Nur Sie können entscheiden, welche Versicherung Sie für wichtig oder unnötig erachten. Diese Entscheidung kann und will Ihnen dieser Versicherungsratgeber nicht abnehmen. Faktisch verkaufen Sie einer Versicherung ein Risiko, welches Sie nicht haben wollen. Oder anders gesagt: Sie bezahlen dafür, dass jemand die Folgen eines Schadens oder Risikos übernimmt. Daraus ergibt sich: Für Lebensrisiken, deren Kosten Sie ungern selbst übernehmen können oder wollen, benötigen Sie eine Versicherung. Alles andere gehört dann in die Sparte unnötig oder unwichtig.

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